Dimensionsformel (Rangsatz)
Voraussetzung: linear
- lineare Abbildung von V nach W
- endlichdimensionaler Vektorraum, der Definitionsbereich von f
- Vektorraum, in dem die Bilder von f liegen
- Kern von f, alle Vektoren v mit f(v) = 0
- Bild von f, alle Vektoren f(v) mit v aus V
- Dimension, die Anzahl der Vektoren einer Basis
Die Dimension des Definitionsraums einer linearen Abbildung ist die Summe der Dimensionen von Kern und Bild.
Erklärung
Eine lineare Abbildung „verbraucht" einen Teil der Dimensionen von : Die Richtungen im Kern werden auf abgebildet, die übrigen landen im Bild. Die Dimensionsformel sagt, dass dabei nichts verloren geht: Beide Dimensionen zusammen ergeben genau .
Für eine Matrix und die Abbildung lautet sie
Dabei ist die Spaltenzahl, nicht die Zeilenzahl, und der Rang. Die Dimension des Kerns heißt auch Defekt.
Folgerungen:
- ist genau dann injektiv, wenn , also wenn .
- Ist , dann ist injektiv genau dann, wenn surjektiv ist.
- Ist , kann nicht injektiv sein, denn .
Die Formel setzt voraus, dass endlichdimensional ist. darf beliebig sein.
Beispiele
Für ist die zweite Zeile das Doppelte der ersten, also . Die Dimensionsformel liefert . Tatsächlich bilden und eine Basis des Kerns: Beide lösen und sind linear unabhängig.
Die Ableitung auf den Polynomen vom Grad höchstens (): Der Kern sind die Konstanten (), das Bild sind die Polynome vom Grad höchstens (). Es gilt .
Jede lineare Abbildung hat , also . Ein homogenes System mit 3 Gleichungen und 5 Unbekannten hat deshalb immer mindestens 2 freie Parameter.
Typische Fehler
- Bei die Zeilenzahl statt der Spaltenzahl einsetzen. Richtig: .
- statt auf die linke Seite schreiben. Die Formel bezieht sich auf den Definitionsraum.
- Die Dimension des Kerns mit der Anzahl der Nullzeilen in der Stufenform verwechseln. Bei nicht quadratischen Matrizen gilt: ist die Zahl der freien Variablen, also minus Zahl der Stufen.