Darstellungsmatrix einer linearen Abbildung

Darstellungsmatrix einer linearen Abbildung

Studium
f(b⃗j)=∑i=1maij c⃗i(j=1,…,n),MCB(f)=(aij)f(\vec b_j) = \sum_{i=1}^{m} a_{ij}\, \vec c_i \quad (j = 1, \ldots, n), \qquad M_C^B(f) = (a_{ij})

Voraussetzung: f ⁣:V→Wf\colon V \to W linear,, B=(b⃗1,…,b⃗n)B = (\vec b_1, \ldots, \vec b_n) Basis von V,V, C=(c⃗1,…,c⃗m)C = (\vec c_1, \ldots, \vec c_m) Basis von WW

ff
lineare Abbildung von V nach W
BB
Basis des Definitionsraums V mit n Vektoren
CC
Basis des Zielraums W mit m Vektoren
aija_{ij}
i-te Koordinate von f(b_j) bezüglich C
MCB(f)M_C^B(f)
Darstellungsmatrix, eine m × n-Matrix

Die j-te Spalte der Darstellungsmatrix enthält die Koordinaten des Bildes des j-ten Basisvektors.

Erklärung

Eine lineare Abbildung f ⁣:V→Wf\colon V \to W ist durch die Bilder der Basisvektoren von VV vollständig festgelegt. Die Darstellungsmatrix MCB(f)M_C^B(f) speichert genau diese Information:

Die jj-te Spalte ist der Koordinatenvektor von f(b⃗j)f(\vec b_j) bezüglich der Basis CC.

Damit gilt für jeden Vektor v⃗∈V\vec v \in V:

[f(v⃗)]C=MCB(f)⋅[v⃗]B.[f(\vec v)]_C = M_C^B(f) \cdot [\vec v]_B.

Die Matrix hat so viele Spalten, wie VV Dimensionen hat (nn), und so viele Zeilen wie WW (mm). Im häufigsten Fall V=RnV = \mathbb{R}^n, W=RmW = \mathbb{R}^m mit den Standardbasen ist die jj-te Spalte einfach f(e⃗j)f(\vec e_j).

Weitere Zusammenhänge:

  • Verkettung: Der Hintereinanderausführung g∘fg \circ f entspricht das Matrizenprodukt M(g)⋅M(f)M(g) \cdot M(f), in dieser Reihenfolge.
  • Andere Basen: Wechselt man die Basen, ändert sich die Matrix nach den Regeln des Basiswechsels, die Abbildung bleibt dieselbe.
  • Rang und Kern der Matrix entsprechen Bild und Kern von ff.

Beispiele

f ⁣:R2→R3f\colon \mathbb{R}^2 \to \mathbb{R}^3, f(x,y)=(2x+y, x−3y, y)f(x, y) = (2x + y,\ x - 3y,\ y). Mit f(e⃗1)=(2, 1, 0)f(\vec e_1) = (2,\ 1,\ 0) und f(e⃗2)=(1, −3, 1)f(\vec e_2) = (1,\ -3,\ 1) ist

M(f)=(211−301).M(f) = \begin{pmatrix} 2 & 1 \\ 1 & -3 \\ 0 & 1 \end{pmatrix}.

Probe: M(f)⋅(4, −1)=(7, 7, −1)=f(4,−1)M(f) \cdot (4,\ -1) = (7,\ 7,\ -1) = f(4, -1).

Die Ableitung D(p)=p′D(p) = p' auf den Polynomen vom Grad höchstens 22 mit der Basis (1, x, x2)(1,\ x,\ x^2): D(1)=0D(1) = 0, D(x)=1D(x) = 1, D(x2)=2xD(x^2) = 2x. Die Koordinaten dieser Bilder sind (0, 0, 0)(0,\ 0,\ 0), (1, 0, 0)(1,\ 0,\ 0), (0, 2, 0)(0,\ 2,\ 0), also

M(D)=(010002000).M(D) = \begin{pmatrix} 0 & 1 & 0 \\ 0 & 0 & 2 \\ 0 & 0 & 0 \end{pmatrix}.

Für p=3+5x+4x2p = 3 + 5x + 4x^2 mit Koordinaten (3, 5, 4)(3,\ 5,\ 4) liefert die Matrix (5, 8, 0)(5,\ 8,\ 0), also p′=5+8xp' = 5 + 8x.

Die Spiegelung an der Geraden y=xy = x vertauscht e⃗1\vec e_1 und e⃗2\vec e_2, ihre Matrix ist (0110)\begin{pmatrix} 0 & 1 \\ 1 & 0 \end{pmatrix}.

Typische Fehler

  • Die Bilder der Basisvektoren als Zeilen statt als Spalten eintragen. Dann entsteht die Transponierte.
  • Bei einer Basis C≠C \neq Standardbasis die Bilder f(b⃗j)f(\vec b_j) direkt eintragen, statt vorher ihre Koordinaten bezüglich CC zu bestimmen.
  • Bei der Verkettung g∘fg \circ f das Produkt M(f)⋅M(g)M(f) \cdot M(g) bilden. Die zuerst ausgeführte Abbildung steht rechts.

Verwandte Formeln