Verschieben und Strecken von Funktionen

Verschieben und Strecken von Funktionen

Oberstufe
g(x)=a⋅f(b(x−c))+dg(x) = a \cdot f\bigl(b(x - c)\bigr) + d

Voraussetzung: a≠0,a \neq 0, b≠0b \neq 0

ff
Ausgangsfunktion
gg
transformierte Funktion
aa
Streckfaktor in y-Richtung; a < 0 spiegelt zusätzlich an der x-Achse
bb
Faktor in x-Richtung; der Graph wird mit 1/b gestreckt, b < 0 spiegelt an der y-Achse
cc
Verschiebung in x-Richtung (c > 0 nach rechts)
dd
Verschiebung in y-Richtung (d > 0 nach oben)

Mit a, b, c und d wird der Graph von f gestreckt, gespiegelt und verschoben; c verschiebt nach rechts, d nach oben.

−11234512345xyfg
Aus der Normalparabel f(x) = x² wird g(x) = 2(x − 3)² + 1; der Scheitel wandert von (0 | 0) nach (3 | 1), der Punkt (1 | 1) nach (4 | 3)

Erklärung

Aus dem Graphen einer bekannten Funktion ff entstehen mit vier Parametern viele neue Graphen. Jeder Parameter hat eine eigene Wirkung:

  • dd verschiebt den Graphen um dd nach oben (bei d<0d < 0 nach unten).
  • cc verschiebt den Graphen um cc nach rechts (bei c<0c < 0 nach links). Das Minus in x−cx - c ist Absicht: An der Stelle x=cx = c wird derselbe Wert berechnet wie bei ff an der Stelle 00.
  • aa streckt in y-Richtung um den Faktor aa. Bei 0<∣a∣<10 < |a| < 1 wird gestaucht, bei a<0a < 0 zusätzlich an der x-Achse gespiegelt.
  • bb wirkt in x-Richtung umgekehrt: Der Graph wird mit dem Faktor 1b\frac{1}{b} gestreckt. Bei b=2b = 2 wird er also auf die halbe Breite gestaucht. Bei b<0b < 0 wird zusätzlich an der y-Achse gespiegelt.

Ein Punkt (u∣v)(u \mid v) auf dem Graphen von ff wird dabei zum Punkt

(ub+c  |  a⋅v+d)\left(\frac{u}{b} + c \;\middle|\; a \cdot v + d\right)

Beispiele

Aus der Normalparabel f(x)=x2f(x) = x^2 wird g(x)=2(x−3)2+1g(x) = 2(x - 3)^2 + 1: 33 nach rechts, mit 22 gestreckt, 11 nach oben. Der Scheitelpunkt wandert von (0∣0)(0 \mid 0) nach (3∣1)(3 \mid 1), der Punkt (1∣1)(1 \mid 1) nach (4∣3)(4 \mid 3). Probe: g(4)=2⋅12+1=3g(4) = 2 \cdot 1^2 + 1 = 3.

Aus f(x)=sin⁡(x)f(x) = \sin(x) wird g(x)=3sin⁡(2x)g(x) = 3 \sin(2x). Die Amplitude ist 33, die Periode halbiert sich von 2π2\pi auf π\pi. Das Maximum liegt bei x=π4x = \frac{\pi}{4} mit g(π4)=3g\left(\frac{\pi}{4}\right) = 3.

Bei g(x)=f(2x−6)g(x) = f(2x - 6) klammert man zuerst den Faktor vor xx aus: f(2x−6)=f(2(x−3))f(2x - 6) = f\bigl(2(x - 3)\bigr). Der Graph wird also auf die halbe Breite gestaucht und um 33 nach rechts verschoben.

Typische Fehler

  • Die Richtung der x-Verschiebung verwechseln: f(x−3)f(x - 3) ist um 33 nach rechts verschoben, nicht nach links.
  • Bei f(2x−6)f(2x - 6) eine Verschiebung um 66 ablesen: Erst nach dem Ausklammern zu f(2(x−3))f\bigl(2(x - 3)\bigr) sieht man die Verschiebung um 33.
  • bb wie aa behandeln: f(2x)f(2x) ist in x-Richtung gestaucht, nicht gestreckt.
  • Die Reihenfolge in y-Richtung vertauschen: 2⋅(x2+1)=2x2+22 \cdot (x^2 + 1) = 2x^2 + 2 ist etwas anderes als 2x2+12x^2 + 1. In der Formel wird erst gestreckt, dann verschoben.

Verwandte Formeln