Polstellen und hebbare Definitionslücken
Oberstufe
Voraussetzung:
- Nullstelle des Nenners, also eine Definitionslücke
- Vielfachheit von x₀ als Nullstelle des Zählers (k = 0, wenn der Zähler dort nicht null ist)
- Vielfachheit von x₀ als Nullstelle des Nenners
- die restlichen Faktoren von Zähler und Nenner
Eine Nennernullstelle ist eine hebbare Lücke, wenn sie sich vollständig wegkürzen lässt, sonst eine Polstelle.
Erklärung
Eine gebrochenrationale Funktion ist an den Nullstellen des Nenners nicht definiert. Diese Definitionslücken sind von zwei Arten:
- Hebbare Lücke: Der Faktor kürzt sich vollständig weg (). Der Graph hat dort nur ein „Loch". Der Grenzwert existiert und ist der Funktionswert der gekürzten Funktion.
- Polstelle: Nach dem Kürzen bleibt im Nenner (). Die Funktionswerte wachsen dem Betrag nach über alle Grenzen, die Gerade ist eine senkrechte Asymptote.
Die Ordnung der Polstelle ist . Ist sie ungerade, wechselt dort das Vorzeichen (Polstelle mit Vorzeichenwechsel), ist sie gerade, nicht.
Vorgehen: Zähler und Nenner vollständig in Linearfaktoren zerlegen, gemeinsame Faktoren kürzen, dann jede Nennernullstelle einordnen.
Beispiele
Definitionslücken sind und .
- kürzt sich weg: hebbare Lücke. Der Graph hat ein Loch bei .
- bleibt im Nenner, einfach: Polstelle mit Vorzeichenwechsel. Links davon ist negativ, rechts positiv.
hat bei eine Polstelle zweiter Ordnung ohne Vorzeichenwechsel: Der Graph geht auf beiden Seiten nach .
Typische Fehler
- Vor dem Kürzen die Definitionsmenge vergessen. Auch nach dem Kürzen ist bei nicht definiert, die gekürzte Form gilt nur für .
- Jede Nennernullstelle als Polstelle bezeichnen, ohne zu prüfen, ob sie sich kürzen lässt.
- Den Vorzeichenwechsel an der Vielfachheit im ursprünglichen Nenner ablesen statt an der Ordnung nach dem Kürzen.