Punktsymmetrie zum Ursprung

Punktsymmetrie zum Ursprung

Oberstufe
f(−x)=−f(x)f(-x) = -f(x)

Voraussetzung: x∈Df⇒−x∈Dfx \in D_f \Rightarrow -x \in D_f

ff
untersuchte Funktion
xx
beliebige Stelle im Definitionsbereich
DfD_f
Definitionsbereich von f, muss symmetrisch zu 0 liegen

Ein Graph ist punktsymmetrisch zum Ursprung, wenn f(−x) = −f(x) für jedes x im Definitionsbereich gilt.

−2−11−2−112xyx−xf
Graph von f(x) = x³ − 2x; die Punkte bei x und −x liegen spiegelbildlich zum Ursprung

Erklärung

Ein Graph ist punktsymmetrisch zum Ursprung, wenn er bei einer Drehung um 180∘180^\circ um den Ursprung in sich selbst übergeht. Rechnerisch: Zu −x-x gehört immer der Gegenwert von f(x)f(x). Solche Funktionen heißen auch ungerade Funktionen.

Die Bedingung muss für jedes xx gelten. Zum Nachweis setzt man −x-x allgemein ein und klammert −1-1 aus, bis −f(x)-f(x) dasteht. Mit xx muss auch −x-x im Definitionsbereich liegen.

Bekannte ungerade Funktionen:

  • ganzrationale Funktionen mit nur ungeraden Exponenten, also auch ohne Absolutglied,
  • sin⁡(x)\sin(x), tan⁡(x)\tan(x) und 1x\frac{1}{x}.

Gehört 00 zum Definitionsbereich, gilt f(0)=−f(0)f(0) = -f(0), also f(0)=0f(0) = 0: Der Graph geht dann durch den Ursprung.

Beispiele

f(x)=x3−2xf(x) = x^3 - 2x:

f(−x)=(−x)3−2(−x)=−x3+2x=−(x3−2x)=−f(x)f(-x) = (-x)^3 - 2(-x) = -x^3 + 2x = -\left(x^3 - 2x\right) = -f(x)

Der Graph ist punktsymmetrisch zum Ursprung. Ungerade Potenzen behalten das Minuszeichen.

f(x)=x3+1f(x) = x^3 + 1 ist nicht punktsymmetrisch zum Ursprung: f(−1)=0f(-1) = 0, aber −f(1)=−2-f(1) = -2. Der Graph ist nur um 11 nach oben verschoben und deshalb punktsymmetrisch zum Punkt (0∣1)(0 \mid 1).

Typische Fehler

  • Nur f(−x)f(-x) ausrechnen und mit f(x)f(x) vergleichen: Für Punktsymmetrie muss f(−x)f(-x) mit −f(x)-f(x) übereinstimmen.
  • Das Absolutglied übersehen: Schon +1+1 zerstört die Punktsymmetrie zum Ursprung.
  • Aus „nicht achsensymmetrisch“ auf „punktsymmetrisch“ schließen: x2+xx^2 + x hat keine der beiden Symmetrien.

Verwandte Formeln