Integralkriterium
Voraussetzung: stetig, nichtnegativ und monoton fallend
- stetige, nichtnegative, monoton fallende Funktion mit f(n) als Reihengliedern
- Index der Reihenglieder
- Integrationsvariable
Bei positiven, monoton fallenden Gliedern f(n) konvergiert die Reihe genau dann, wenn das uneigentliche Integral von f konvergiert.
Erklärung
Das Integralkriterium übersetzt eine Reihenfrage in eine Integralfrage. Weil monoton fällt, liegen die Rechtecke mit Höhe und Breite einmal oberhalb und einmal unterhalb der Fläche unter dem Graphen. Daraus folgt die Abschätzung
Bleiben die Integrale beschränkt, sind es auch die Teilsummen, und die Reihe konvergiert. Wachsen sie über alle Grenzen, divergiert die Reihe.
Für den Rest einer konvergenten Reihe gilt entsprechend
Damit lässt sich abschätzen, wie viele Glieder man für eine gewünschte Genauigkeit braucht. Die Reihe darf auch bei einem anderen Index starten; dann beginnt das Integral dort.
Beispiele
Harmonische Reihe: , also divergiert . Die Abschätzung für :
: Eine Stammfunktion von ist , und . Die Reihe divergiert, wenn auch extrem langsam.
Rest von nach Gliedern: Mit liegt der Rest zwischen und . Tatsächlich ist er etwa .
Typische Fehler
- Den Reihenwert mit dem Integralwert gleichsetzen. , aber . Das Kriterium sagt nur, ob die Reihe konvergiert.
- Die Monotonie nicht prüfen. Für nicht monotone Funktionen kann das Integral konvergieren, während die Reihe divergiert, oder umgekehrt.
- Das Kriterium auf Reihen mit wechselnden Vorzeichen anwenden. Dafür ist z.B. das Leibniz-Kriterium zuständig.