Harmonische Reihe
- Summationsindex, durchläuft die natürlichen Zahlen ab 1
Die harmonische Reihe 1 + 1/2 + 1/3 + … divergiert, obwohl ihre Glieder gegen 0 gehen.
Erklärung
Die harmonische Reihe ist das Standardbeispiel dafür, dass Glieder, die gegen gehen, nicht für Konvergenz reichen. Die Partialsummen heißen harmonische Zahlen. Sie wachsen über jede Grenze, allerdings extrem langsam, ungefähr wie der natürliche Logarithmus:
Dabei ist die Euler-Mascheroni-Konstante; genauer gilt .
Verwandte Reihen:
- konvergiert genau für , z.B. .
- Die alternierende harmonische Reihe konvergiert nach dem Leibniz-Kriterium, und zwar gegen .
Quotienten- und Wurzelkriterium liefern hier den Grenzwert und damit keine Entscheidung.
Herleitung
Man fasst die Glieder in Gruppen zusammen, deren Länge sich jeweils verdoppelt:
Jede Gruppe von bis hat Glieder, jedes mindestens , und ist damit mindestens . Also gilt , und das wächst über jede Grenze.
Beispiele
Die ersten Partialsummen:
Für liefern die Summe und die Näherung beide etwa .
Damit größer als wird, braucht man nach der Näherung etwa Glieder.
Typische Fehler
- Aus auf Konvergenz schließen. Dass die Glieder eine Nullfolge bilden, ist nur notwendig, nicht hinreichend.
- Am Computer „Konvergenz beobachten“, weil die Partialsummen kaum noch wachsen. Das Wachstum ist logarithmisch, aber unbeschränkt.
- Die harmonische Reihe mit verwechseln, die konvergiert.
- Das Quotientenkriterium für einen Divergenzbeweis halten: Der Grenzwert entscheidet nichts.