Stetige Verzinsung
Voraussetzung:
- Kapital zum Zeitpunkt t
- Anfangskapital
- nominaler Zinssatz pro Jahr als Dezimalzahl, z.B. 0,05 für 5 %
- Zeit in Jahren, auch nicht ganzzahlig
- Anzahl der Zinsgutschriften pro Jahr
- Eulersche Zahl, etwa 2,718
Bei stetiger Verzinsung wächst ein Kapital wie K₀ · e^(rt), der Grenzfall unendlich häufiger Zinsgutschrift.
Erklärung
Bei der gewöhnlichen Zinseszinsrechnung werden Zinsen einmal im Jahr gutgeschrieben, bei unterjähriger Verzinsung -mal. Lässt man immer größer werden, erhält man im Grenzfall die stetige Verzinsung: Zinsen werden in jedem Moment gutgeschrieben und sofort mitverzinst.
Grundlage ist der Grenzwert
Das Kapital folgt dann der Exponentialfunktion . Es erfüllt die Differentialgleichung : Die momentane Wachstumsrate ist proportional zum aktuellen Kapital.
Wichtige Zusammenhänge:
- Effektiver Jahreszins: .
- Ein jährlicher Zinssatz entspricht dem stetigen Zinssatz .
- Verdopplungszeit: .
Stetige Verzinsung wird vor allem in der Finanzmathematik verwendet, z.B. für die Bewertung von Anleihen und Optionen, weil sich mit leichter rechnen lässt.
Beispiele
€ werden Jahre lang mit stetig verzinst:
Mit jährlicher Gutschrift wären es €. Der effektive Jahreszins der stetigen Verzinsung ist .
Verdopplungszeit bei :
Umgekehrt entsprechen mit jährlicher Gutschrift einem stetigen Zinssatz von , also etwa .
Typische Fehler
- Den Zinssatz in Prozent einsetzen: statt .
- Stetigen und jährlichen Zinssatz gleichsetzen. stetig liefert mehr als jährlich.
- Die stetige Verzinsung für unbegrenzt ertragreich halten. Auch bei unendlich vielen Gutschriften bleibt der Effektivzins endlich, bei etwa .