Stammfunktion einer Potenzfunktion
Voraussetzung: definiert; für
- Integrationsvariable
- Exponent, eine reelle Zahl ungleich −1
- Integrationskonstante, eine beliebige reelle Zahl
- unbestimmtes Integral, die Menge aller Stammfunktionen
Eine Stammfunktion von xⁿ erhält man, indem man den Exponenten um 1 erhöht und durch den neuen Exponenten teilt.
Erklärung
Eine Stammfunktion einer Funktion ist eine Funktion mit . Integrieren ist also das Gegenstück zum Ableiten. Für Potenzen gilt eine einfache Regel:
- den Exponenten um erhöhen,
- durch den neuen Exponenten teilen.
Die Regel gilt nicht nur für natürliche Exponenten, sondern auch für negative und gebrochene. Brüche wie und Wurzeln wie schreibt man dafür zuerst als Potenz.
Bei negativen Exponenten ist an der Stelle nicht definiert. Ein bestimmtes Integral darf dann die nicht im Intervall enthalten: lässt sich nicht mit der Regel berechnen. Für gebrochene Exponenten braucht man meist .
Einzige Ausnahme beim Exponenten ist , denn dann stünde im Nenner eine . Für ist die Stammfunktion .
Weil die Ableitung einer Konstanten null ist, unterscheiden sich alle Stammfunktionen nur um eine Konstante. Deshalb schreibt man beim unbestimmten Integral die Integrationskonstante dazu.
Herleitung
Man prüft das Ergebnis durch Ableiten. Mit der Potenzregel der Ableitung gilt
Das Kürzen durch ist nur für erlaubt.
Beispiele
Ein Bruch wird zuerst als Potenz mit negativem Exponenten geschrieben:
Eine Wurzel wird als Potenz mit Bruch im Exponenten geschrieben:
Mit dem Hauptsatz folgt daraus ein bestimmtes Integral:
Typische Fehler
- Nur den Exponenten erhöhen und das Teilen vergessen: ist falsch, richtig ist .
- Durch den alten statt durch den neuen Exponenten teilen: ist falsch.
- Die Regel auf anwenden. Das ergibt eine Division durch ; richtig ist .
- nicht als umschreiben und stattdessen ansetzen.