Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung
Oberstufe
Voraussetzung: stetig auf
- Integrand, die Funktion, über die integriert wird
- eine beliebige Stammfunktion von f
- untere und obere Integrationsgrenze
- bestimmtes Integral von f zwischen a und b
Ein bestimmtes Integral berechnet man als Differenz der Werte einer Stammfunktion an der oberen und unteren Grenze.
Erklärung
Der Hauptsatz verbindet Ableiten und Integrieren. Er besagt zweierlei:
- Die Integralfunktion ist eine Stammfunktion von , ihre Ableitung ist also .
- Daraus folgt die Rechenregel oben: Für ein bestimmtes Integral braucht man keinen Grenzwert von Rechtecksummen, sondern nur eine Stammfunktion .
Man schreibt die Rechnung meist mit eckigen Klammern: .
Welche Stammfunktion man nimmt, ist egal: Eine Konstante wird bei addiert und bei wieder abgezogen.
Das Integral misst eine Flächenbilanz: Flächen oberhalb der -Achse zählen positiv, Flächen unterhalb negativ. Voraussetzung ist, dass auf dem ganzen Intervall stetig ist.
Beispiele
Bei negativen Grenzen hilft es, Klammern zu setzen:
Eine Flächenbilanz von heißt nicht, dass keine Fläche da ist:
Die Fläche unter der -Achse hebt hier genau die Fläche darüber auf.
Typische Fehler
- Grenzen vertauschen: liefert das Ergebnis mit falschem Vorzeichen, im ersten Beispiel .
- Das Integral als Fläche ausgeben, obwohl im Intervall das Vorzeichen wechselt. Für die Fläche muss man an den Nullstellen aufteilen.
- Beim Einsetzen negativer Grenzen die Klammern vergessen: , aber .
- Den Hauptsatz anwenden, obwohl im Intervall nicht definiert ist, z.B. . Das ist ein uneigentliches Integral und divergiert.