Grenzwert einer Folge (ε-Definition)
Voraussetzung: reelle Folge
- n-tes Glied der Folge
- Grenzwert der Folge
- beliebig kleine positive Toleranz um den Grenzwert
- Index, ab dem alle Glieder innerhalb der Toleranz liegen; hängt von ε ab
- Index der Folgenglieder
Eine Folge hat den Grenzwert a, wenn zu jeder Toleranz ε > 0 ab einem Index N alle Glieder näher als ε an a liegen.
Erklärung
Die Definition macht „die Folge kommt dem Wert beliebig nahe“ präzise. Man gibt sich eine Toleranz vor, also einen Streifen um . Die Folge konvergiert gegen , wenn für jede noch so kleine Toleranz ein Index existiert, ab dem kein Glied den Streifen mehr verlässt.
- darf von abhängen. Je kleiner , desto größer wird meist.
- Endlich viele Glieder am Anfang spielen keine Rolle. Man sagt auch: fast alle Glieder liegen im Streifen.
- Der Grenzwert ist eindeutig, wenn er existiert.
- Eine Folge mit Grenzwert heißt Nullfolge. Es gilt genau dann, wenn eine Nullfolge ist.
Im Beweis läuft es fast immer gleich: vereinfachen oder nach oben abschätzen, die Ungleichung nach auflösen und daraus ein passendes ablesen.
Beispiele
ist eine Nullfolge: gilt für . Zu passt also , denn , während gerade nicht mehr kleiner ist.
konvergiert gegen :
Für funktioniert : . Für ist der Abstand genau und damit nicht kleiner.
ist divergent: Zwei aufeinanderfolgende Glieder haben immer den Abstand . Bei könnten nicht beide im Streifen um einen Wert liegen.
Typische Fehler
- Die Quantoren vertauschen. „Es gibt ein , das für alle passt“ ist viel stärker und gilt nur für Folgen, die ab einem Index konstant sind.
- Ein festes prüfen und daraus Konvergenz folgern. Die Bedingung muss für jedes gelten.
- Glauben, die Folge müsse sich dem Grenzwert monoton nähern. springt um herum und konvergiert trotzdem gegen .
- und für wesentlich halten. Beide Varianten definieren denselben Grenzwertbegriff, nur das konkrete verschiebt sich eventuell um eins.