Monotoniekriterium für Folgen
Voraussetzung: reelle Folge
- Glieder der Folge
- Supremum, die kleinste obere Schranke der Folgenglieder
- Index der Folgenglieder
Jede monoton wachsende, nach oben beschränkte Folge konvergiert gegen ihr Supremum; ebenso fallend und nach unten beschränkt.
Erklärung
Das Monotoniekriterium liefert Konvergenz, ohne dass man den Grenzwert vorher kennen muss. Es braucht zwei Zutaten:
- Monotonie: für alle (wachsend) bzw. (fallend).
- Beschränktheit in die passende Richtung: nach oben bei wachsenden, nach unten bei fallenden Folgen.
Der Grenzwert ist dann das Supremum (bzw. Infimum) der Folgenglieder. Er kann kleiner sein als die Schranke, die man im Beweis benutzt hat.
Das Kriterium beruht auf der Vollständigkeit der reellen Zahlen. In gilt es nicht: Die Dezimalnäherungen von wachsen und sind beschränkt, haben aber keinen rationalen Grenzwert.
Typischer Einsatz sind rekursive Folgen : Zuerst Monotonie und Beschränktheit mit vollständiger Induktion zeigen. Erst dann weiß man, dass ein Grenzwert existiert, und darf ihn aus der Fixpunktgleichung bestimmen.
Beispiele
, : Die ersten Glieder sind .
- Beschränkt: Ist , dann ist .
- Wachsend: Für gilt , also .
Die Folge konvergiert also. Der Grenzwert erfüllt , d.h. mit den Lösungen und . Da alle Glieder positiv sind, ist .
ist wachsend () und durch nach oben beschränkt. Ihr Grenzwert ist die Eulersche Zahl . Für ist .
Typische Fehler
- Beschränktheit allein für ausreichend halten. ist beschränkt, aber nicht monoton, und divergiert.
- Den Grenzwert aus der Fixpunktgleichung berechnen, ohne die Konvergenz zu zeigen. Bei mit ist die einzige Lösung von , die Folge divergiert aber.
- Die Schranke für den Grenzwert halten. ist durch beschränkt, der Grenzwert ist .
- Bei wachsenden Folgen eine untere Schranke angeben. Für wachsende Folgen ist die obere Schranke entscheidend.