Mindestens-einmal-Aufgabe
Voraussetzung:
- Trefferwahrscheinlichkeit bei jedem einzelnen Versuch
- Anzahl der Versuche, gesucht ist die kleinste passende
- geforderte Mindestwahrscheinlichkeit für mindestens einen Treffer
- Wahrscheinlichkeit, in n Versuchen keinen einzigen Treffer zu haben
Wie viele Versuche braucht man, um mit einer Mindestwahrscheinlichkeit wenigstens einen Treffer zu erzielen?
Erklärung
Typische Frage: „Wie oft muss man mindestens würfeln, um mit mindestens Wahrscheinlichkeit wenigstens eine Sechs zu bekommen?“ Gesucht ist die kleinste Anzahl von Versuchen.
Man rechnet über das Gegenereignis: „mindestens ein Treffer“ ist das Gegenteil von „kein Treffer“. Bei unabhängigen Versuchen hat „kein Treffer“ die Wahrscheinlichkeit . Daraus folgt die Ungleichung
Nun logarithmiert man beide Seiten und teilt durch . Weil ist, ist dieser Logarithmus negativ, und das Ungleichheitszeichen dreht sich um. Das Ergebnis rundet man immer auf die nächste ganze Zahl.
Die Versuche müssen unabhängig sein und dieselbe Trefferwahrscheinlichkeit haben (Bernoulli-Kette).
Beispiele
Mindestens eine Sechs mit mindestens , also und :
Man muss also mindestens -mal würfeln. Probe: , aber reicht nicht.
Ein Los gewinnt mit . Wie viele Lose braucht man, um mit mindestens wenigstens einmal zu gewinnen?
Es sind Lose nötig: , bei Losen nur .
Typische Fehler
- Beim Teilen durch das Ungleichheitszeichen nicht umdrehen. Dann erhält man , was keinen Sinn ergibt.
- Kaufmännisch runden. Bei ergibt das zufällig , bei aber , und das reicht nicht. Es wird immer aufgerundet, hier also auf .
- Mit statt rechnen. ist die Wahrscheinlichkeit, dass jeder Versuch ein Treffer ist.
- Die Wahrscheinlichkeiten addieren: ist größer als und keine Wahrscheinlichkeit.