Korrigierte Stichprobenvarianz
Voraussetzung:
- korrigierte Stichprobenvarianz (Teiler n − 1)
- Stichprobenumfang
- der i-te Stichprobenwert
- Laufindex von 1 bis n
- arithmetisches Mittel der Stichprobe
Die korrigierte Stichprobenvarianz teilt die Summe der quadrierten Abweichungen durch n − 1 und schätzt σ² erwartungstreu.
Erklärung
Bezeichnung: Auf der Seite zur empirischen Varianz steht für die Variante mit Teiler . Hier heißt die Variante mit Teiler deshalb . In Büchern und auf Taschenrechnern wird für beide Varianten verwendet, daher immer auf den Teiler achten.
Die Werte seien eine Stichprobe aus einer Grundgesamtheit mit unbekannter Varianz . Teilt man die Summe der quadrierten Abweichungen durch statt durch , erhält man einen erwartungstreuen Schätzer: Für unabhängige, identisch verteilte Stichprobenvariablen gilt .
Warum ? Die Abweichungen werden vom Stichprobenmittel gemessen, nicht vom wahren Erwartungswert . Weil aus denselben Daten berechnet wird, liegt es systematisch näher an den Werten, und die Quadratsumme fällt zu klein aus. Genauer gilt . Man spricht von Bessel-Korrektur; ist die Zahl der Freiheitsgrade, da die Abweichungen sich zu summieren.
Der Verschiebungssatz lautet hier
Die Wurzel ist die übliche Schätzung der Standardabweichung, aber selbst nicht erwartungstreu für (sie unterschätzt im Mittel leicht).
Beispiele
Stichprobe mit und . Die Abweichungen haben die Quadratsumme :
Mit dem Verschiebungssatz: , also .
Die empirische Varianz mit Teiler (dort geschrieben) wäre . Umrechnung: .
Typische Fehler
- Teiler und verwechseln oder nicht angeben. Taschenrechner bieten meist beide an ( bzw. ), und das Symbol steht je nach Quelle für die eine oder die andere Variante.
- Die Formel mit verwenden, obwohl die Daten die gesamte Grundgesamtheit sind. Dann ist die Varianz mit Teiler die richtige Kenngröße.
- Annehmen, sei erwartungstreu für , nur weil es für ist.
- Im Verschiebungssatz ohne den Faktor abziehen.