Ableitung eines Parameterintegrals
Voraussetzung: fest und stetig auf (offenes Intervall)
- Integrand, abhängig von der Integrationsvariablen x und dem Parameter t
- Integrationsvariable
- Parameter, nach dem abgeleitet wird
- feste Integrationsgrenzen
- partielle Ableitung des Integranden nach t
Ein Integral mit festen Grenzen leitet man nach einem Parameter ab, indem man den Integranden nach diesem Parameter ableitet.
Erklärung
Hängt der Integrand von einem Parameter ab, ist das Integral eine Funktion von :
Die Leibnizregel erlaubt, Ableitung und Integral zu vertauschen: Man leitet unter dem Integralzeichen partiell nach ab. Dafür müssen und auf dem Rechteck stetig sein, mit einem offenen Intervall für den Parameter (die Regel gilt dann an jeder Stelle ). Bei uneigentlichen Integralen oder Integranden, die am Rand unstetig sind, braucht man stattdessen eine integrierbare Majorante mit für alle in einer Umgebung der betrachteten Stelle.
Hängen auch die Grenzen von ab (differenzierbar in ), kommen Randterme dazu:
Ist unabhängig von und nur die obere Grenze variabel, bleibt der Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung übrig.
Als Rechentrick („Feynman-Trick“) führt man einen Parameter künstlich ein, leitet ab und erhält ein leichteres Integral.
Beispiele
für . Für sind und auf stetig (mit dem Wert bei ), die Regel ist also direkt anwendbar. Für gilt das Ergebnis ebenfalls, dann mit der Majorante für . Ableiten nach :
Für ergibt sich ohne partielle Integration .
Variable Grenze: . Mit der erweiterten Regel:
Zur Kontrolle: Direkt ist , und die Ableitung ist .
Typische Fehler
- Bei variablen Grenzen die Randterme vergessen. Im zweiten Beispiel käme sonst nur heraus.
- Nach der Integrationsvariablen statt nach dem Parameter ableiten.
- Die Regel ohne Prüfung bei uneigentlichen Integralen anwenden. Ohne stetige Ableitung auf dem Rechteck oder integrierbare Majorante kann das Vertauschen ein falsches Ergebnis liefern.